Wie wirkt es?

Anders als bei klassischen Modellierkursen kommt es bei der Arbeit am Tonfeld nicht auf ein vorzeigbares Ergebnis (etwa eine Vase oder ähnlichem), sondern auf den Prozess und die Freude am selbstwirksamen Tun an.




Sucht das Kind Selbstberührung und Kontakt zu sich oder anderen, ist das „Matschen“ mit Ton und Wasser die Methode der ersten Wahl.

Sucht es Halt und Widerstand, wird es vielleicht den gesamten Ton aus dem Feld herausnehmen und seine Hände hineingraben oder es lässt sich vom Begleiter die Hände „einpacken“.

Sucht es Gleichgewicht, so teilt es womöglich den Ton in zwei gleich große Teile, an denen es sich wie an Steuerknüppeln festhalten kann.

Die Methode basiert auf den Erkenntnissen der Entwicklungspsychologen C.G. Jung, J. Piaget und D.W. Winnicott. Erfunden wurde das Tonfeld von Heinz Deuser, Professor für Kunsttherapie.  Nach Deuser wird im Tonfeld inneres Bewegtsein "sichtbar, greifbar, und daher wandelbar.“

In der Arbeit am Tonfeld kann ein Kind sowohl aktuelle Schwierigkeiten an den Ton abgeben, sich verausgaben, als auch Entwicklungsschritte aus früheren Phasen spielerisch nachholen. Beziehungserfahrungen werden aktualisiert und können in einer wertschätzenden, ermutigenden Atmosphäre verändert werden. Der Ton ist ein ideales Material, um Gefühle auszudrücken, Erlebnisse zu verarbeiten und so die eigene Persönlichkeit zu stärken.
Beim Arbeiten mit dem Ton reaktiviert das Kind selbstständig verborgene Kraftquellen und überwindet dadurch innere Blockaden und Schwierigkeiten.

Die Arbeit am Tonfeld unterstützt damit die gesunde kindliche Entwicklung. Durch die Stimulierung der Handinnenflächen werden Sinnes- und Nervenbahnen gleichermaßen angesprochen.

Wozu verhilft das Tonfeld?





Indikationen (Anwendungsgebiete) im Überblick:

Konzentrationsprobleme (ADS, ADHS)

Störungen des Sozialverhaltens (Schüchternheit, Kontaktschwäche; Aggressivität)

Ängste, Unsicherheit, schwaches Selbstwertgefühl

Verarbeitung von seelischen Belastungen (krankes Elternteil, Tod, Trennungen, Abschiede und Neuanfänge)

Geschwisterrivalität

unterstützend bei psychosomatischen Beschwerden wie funktionellen Bauchschmerzen, Schlafproblemen oder Einnässen

Kinder mit Entwicklungsverzögerungen, Problemen in der Selbstwahrnehmung, Fein- und Grobmotorik

Bei der Arbeit am Tonfeld ...

werden die Feinmotorik, die Bewegungskoordination, die Selbst- und Fremdwahrnehmung geschult, aber auch die Fähigkeit, flexibel auf Unvorhergesehenes zu reagieren und phantasievolle Lösungen zu finden

kann der Begleiter an der Bewegung der Hände die wichtigsten
Bedürfnisse des Kindes erkennen und es ermutigen, diesen nachzugehen

lernt das Kind, sich selbst anzunehmen, wird selbstbewusster und kontaktfreudiger

wird die Willenskraft, das Durchhaltevermögen und die Konzentration des Kindes gefördert

darf das Kind Neues ausprobieren und Versäumtes früherer Entwicklungsphasen spielerisch nachholen

findet das Kind selbstständig neue Lösungen für alte oder aktuelle Herausforderungen

kann das Kind Erlebtes besser verarbeiten und integrieren, Einsamkeit überwinden und die eigenen Stärken wieder besser spüren

Insbesondere Schattenkinder, deren krankes Geschwister viel Aufmerksamkeit fordert, oder Kinder, die einen Verlust, die Scheidung der Eltern oder eine schwere Krankheit zu verarbeiten haben, profitieren von dieser Arbeit.

Das Arbeiten mit Ton hat einen ausgesprochen heilenden Charakter. Im Wechsel von inneren und äußeren Bildern, (beidhändigem) Greifen und miteinander Sprechen, angenehmen sinnlichen Reizen und der Lust, seinen eigenen Platz im Feld (und im Leben) einzunehmen, liegt die therapeutische Kraft dieser Arbeit.

Auch gesunde Kinder profitieren von der Arbeit am Tonfeld: Sie werden ausgeglichener und wachsen in ihrer Persönlichkeit.